Marienthal - Klosterdorf im Westerwald
Urlaub im Westerwald

Wallfahrtsort Klosterdorf Marienthal im Westerwald 

Marienthaler Mirakelbuch 

 

Berichtet wird auch von einem Wunderbuch, in dem über Heilungen berichtet wurde. Rektor J. Wirtz schreibt dazu:

"Aus der Zeit um 1488 hat sich ein Wunderbüchlein erhalten. Dasselbe erzählt in referierender Kürze 81 "tzeichen" auf, die nach Anrufung U.L.F. von Marienthal sich ereignet haben. Inwieweit die einzelnen Fälle als wunderbar gelten können, läßt sich nicht nachprüfen. Die Berichte wurden dem Kaplan offenbar von Leuten gegeben, die von der wunderbaren Hilfe Mariens überzeugt waren und, um ihre Dankesschuld abzutragen, eine Wallfahrt nach Marienthal unternommen hatten." (J.Wirtz S.50)

P. Gabriel Busch O.S.B lässt in seinem Buch "Zwei Wallfahrtsorte Hilgenroth und Marienthal" Werner Beutler zu Wort kommen: "Karl Meisen hat 1936 in den "Analen des Historischen Vereins für den Niederrhein" den Urtext von unserem Wunderbüchein veröffentlicht. Dr H. Beyer brachte eine Übersetzung, die in der Wallfahrtskirche ausliegt." ..." Das Wunderbüchlein selbst, das sich jetzt im Staatsarchiv in Koblenz  (Abt. 138 Nr.1) befindet ist eine Papierhandschrift von 18 Blättern in der Größe v0n 21x15 cm. Beschrieben sind die Blätter 1 bis 15 ganz und auf Blatt 16 stehen noch zwei Zeilen. Der Rest ist leergeblieben.

Das Papier zeigt als Wasserzeichen eine Kanne mit dem Ausguß nach rechts und ist dadurch als dem 15. Jahrhundert angehörig gekennzeichnet. Das die angewandte Kursive ebenfalls auf dieses Jahrhundert hinweist, dürften die Niederschriften zweifellos original sein und entweder unmittelbar oder doch bald nach den geschilderten Gebetserhörungen angefertigt worden sein.

Der Inhalt des Büchleins besteht aus 81 Berichten über Marienthaler Wunder "tzeichen" aus der Zeit von 1487 bis 1492, die durchweg in referierender Kürze gehalten sind. Die Berichte 43 bis 48 sind lateinisch, alle anderen deutsch geschrieben.

Bei den meisten ist Name, Stand, Herkunft, Krankheit, Unglücksfall usw. der Begnadeten angegeben. Bei diesen handelt es sich wohl um Leute, die, überzeugt von der wunderbaren Hilfe Mariens, eine Wallfahrt nach Marienthal unternommen haben, um dort ihren Dank abzustatten und ihre Votivgabe darzubringen.

Aus ihrem Munde hat dann jedenfalls der an der Kirche tätige Geistliche den jeweiligen Hergang aufgezeichnet.

Zwar ist ein Verfasser nirgendwo als solcher bekannt, doch darf vielleicht vermutet werden, daß es kein anderer ist als der im Wunder 48 genannte Frater Jacobus, in dem möglicherweise ein mit der Seelsorge in der Wallfahrtskirche betrauter Zisterzienser der Abtei Marienstatt erblickt werden kann." (P. Gabriel Busch O.S.B)