Marienthal - Klosterdorf im Westerwald
Urlaub im Westerwald

Wallfahrtsort Klosterdorf Marienthal im Westerwald

Marienthaler Exerzitienhaus 

 " Die vollständige Übernahme des Hauses durch die Sächsische Franziskanerprovinz erfolgte nach Aufhebung der Demeritenanstalt im Jahr 1923. Der Erzbischöfliche Stuhl zu Köln sah sich unter den schwierigen Verhältnissen der Nachkriegszeit in die Notwendigkeit versetzt, einzelne Diözesaneinrichtungen, darunter auch das Marienthaler Klosteranwesen, rentabler zu gestalten."

Einige Ideen und Pläne wurden verworfen. "Da die Durchführung dieser Pläne u.a. mit Rücksicht auf den Wallfahrtsdienst weniger zweckmäßig erschien, war es der zeitige Präses des Hauses, P. Werner Raaf, der, mit dem Denken und Wünschen der Marienthaler Bevölkerung und insbesondere der siegerländischen Geistlichkeit vertraut, die Einrichtung eines Exzerzitienhauses in Vorschlag brachte.

Se. Eminenz der hochwürdigste Herr Kardinal und Erzbischof Dr. Karl Joseph Schulte begrüßte den Plan aufs freudigste. Nachdem auch das hochwürdigste Domkapitel sich zustimmend geäußert hatte, wurde das Klostergebäude am 18. April 1923 den Patres der Sächsischen Provinz gegen einen jährlichen Anerkennungszins kontraktlich übergeben: der Vorbau als Klausur für die Patres, der Langbau als Exerzitienhaus für alle Stände, für Priester und Laien, Männer und Frauen.

Am Pfingstsonntag des Jahres 1924 fand nachmittags im breiten Flur des Exerzitienhauses die Eröffnungsfeien statt." ...

"Zum Exerzitienmeister sowie auch zum Direktor des Hauses und Leiter des Seelsorgedienstes wurde der hochwürdige Herr P. Valentin Lüning berufen, der durch seine 1922 in Marienthal gehaltenen Missionspredigten bei den Bezirksangehörigen noch im besten Andenken stand." ...

" Für seinen gegenwärtigen Zweck ist das Kloster in der Tat geradezu wie geschaffen. Die friedliche Lage fernab allem Lärm der Welt, die Herz und Gemüt umfangende Schönheit der Natur, das stimmungsvolle Etwas, das alten Klostergebäuden gleich einer geheimnisvollen Patina anhaftet, - dies alles erzeugt schon in natürlicher Hinsicht eine seelische Atmosphäre, wie sie als Vorbedingung für einen ersprießlichen Gang der Exerzitien idealer kaum gedacht werden kann."  ...

"Nimmt man dazu noch die Nähe des Muttergottesheiligtums, so darf man kühnlich die Behauptung wagen, daß Marienthal als ein allen erdenklichen Anforderungen entsprechender Exerzitienort im Rheinlande zur Zeit wenigstens unerreicht dasteht. Wieviel Herzensfriede und Seelenfreude mag schon in den beiden ersten Jahren des Bestehens von den 3500 Exerzitanten mit in die Heimat genommen und dort noch an andere weitergespendet worden sein! Führwahr ein neuer Gnadenborn ist zu Marienthal entsprungen, ein Heilquell für die Seelen, der so hoffen und wünschen wir, bis in ferne Zeiten nicht versiegen möge." (J. Wirtz S 298 ff)