Marienthal - Klosterdorf im Westerwald
Urlaub im Westerwald

Franziskaner-Kloster Marienthal  im Westerwald

Eine wechselvolle Geschichte

Die Erzählungen und Schilderungen um das  geheimnisvolle Bild der           “Schmerzhaften Muttergottes” ließ immer mehr Menschen an diesen                   besonderen Ort pilgern.

Die Zisterzienser Mönche aus Marienstatt, selbst auch glühende Marienverehrer, und die Besitzer des Obersalterberger Hofes und der dazugehörigen Mühle, haben es wohl gerne gesehen, dass immer mehr Wallfahrer und Pilger in dieses abgelegene Tal zogen, das bisher nur Hirten und Bergleuten bekannt war.

Die Zisterzienser bauten zum Schutz des Marienbildes um 1460 eine Kapelle.

Aus "Kellers Groben", wie das Tal einstmals hieß, wurde bald Mergendail -  Marienthal.

Aufgrund des großen Andrangs an Pilgern und Wallfahrern, der ständig weiter anstieg, musst die Kapelle bald erweitert werden. Im Jahr 1494 begannen die Arbeiten und wurden mit dem Bau des Turms im Jahr 1502 beendet. Aus der ehemaligen Kapelle war eine stattliche Wallfahrtskirche geworden. Im Jahr 1511 erhielt der Turm seine erste Glocke, die von Peter von Echternach, wie zur damaligen Zeit üblich, vor Ort gegossen wurde.

Auch um die Glocke rankt sich eine Wunderlegende. Die Inschrift auf der Glocke lautete:

"MARIA HEISS ICH; IN GOEDES ERE DONE ICH; BOESE WEDER VERTREIB ICH, PETER VON ECHTERNACH (GOSS MICH) 1511."

Die Legende sagt, dass, solange die Glocke in Marienthal weilte, kein Gewitter dem Ort Schaden zufügte.

 

Die Wirren des Dreißig Jährigen Krieges überstand Marienthal leidlich, auch die Zeit der Bilderstürmereien. Die Wallfahrtskirche wurde von dem evangelischen Kirchspiel Hamm betreut.

Um 1660 verhandelte Graf Salentin-Ernst  mit der thüringischen Ordensprovinz der Franziskaner und richtete ihnen in Hachenburg neben der Kirche, nahe dem Schloss ein Kloster ein.

Am 6. April 1664 hielten zwei Franziskanerpatres in der Marienthaler Wallfahrtskirche, die zu dieser Zeit evangelisch war,  wieder einen katholischen Gottesdienst ab.

Im Jahr 1666 wurde der Grundstein für ein Koster in Marienthal gelegt, und im Jahr 1667 zogen die ersten Franziskanermönche dort ein.

Seelsorge und Wallfahrtsbetrieb erfuhren im Jahr 1688 in Marienthal neuen Auftrieb, weil der Trierer Weihbischof die drei Altäre in der Wallfahrtskirche weihte, die jetzt zugleich Klosterkirche war.

Das Franziskaner Kloster zu Marienthal erhielt im Jahr 1701 eine offizielle Genehmigung von Kölner Erzbischof Josef Clemens.

Der Konvent wuchs stetig an und machte einen Erweiterungsbau notwendig. Die errechnete Finanzierung von 100 Reichstalern würde die Marienthaler Franziskaner aber überfordern. Half auch hier wieder eine göttliche Fügung?

Dank eines Vermächtnisses des bergischen Amtmanns zu Windeck, Ph. Franz von Velbrück, konnte 1703 mit der Stiftung von 1000 Reichstalern der Grundstein gelegt und am 7. Juli 1707 der Erweiterungsbau abgeschlossen werden.

Der Klosterbau erwies sich jedoch Mitte des 18. Jahrhunderts als baufällig.

Der Orden beantragte den Neubau des gesamten Klosterkomplexes. Er wurde genehmigt und vom Ordensbruder und Architekt Cornelius Schmitt geplant und begleitet.

Am 1. Juli 1756 fand die Grundsteinlegung statt.

Der Siebenjährige Krieg verzögerte den Bau, so dass er erst 1766 fertig gestellt werden konnte. 

 

Dieses neu geschaffene Bauwerk entspricht weitgehend dem Kern der heutigen Klosteranlage. Am Kircheninventar wurde noch bis 1771 weitergearbeitet.

Die Zeit der Französischen Revolution, die Phase der Säkularisierung und den Kulturkampf überstand der Klosterbau, und so konnten 1892 wieder Patres ins Kloster einziehen, das von Erzbistum Köln als Demeritenanstalt genutzt wurde, die 1923 wieder aufgelöst wurde.

Im Jahr 1911 fand die ursprüngliche Leidensmutter wieder einen Platz in der Wallfahrtskirche.

Die Franziskaner übernahmen das Kloster gegen Zahlung eines jährlichen Anerkennungszinses wieder in eigener Regie, widmeten sich der Seelsorge in einem Umkreis von 10 km und betreuten dort einige hundert katholische Familien  und eine ständig wachsende Zahl an Pilgern.

Im Jahr 1924 wurde im Kloster ein Exerzitienhaus eröffnet. 

 

Naziterror, den 2. Weltkrieg und die Nachkriegswirren überstand das Kloster wie durch ein Wunder.

Bis 1973 blieben die Franziskaner in Marienthal, dann wurde der Konvent aufgelöst.

Der Orden des Hl. Michael übernahm 1979 die Wallfahrtsseelsorge.

Pfarrer Frank Aumüller wird im Jahr 2008 Wallfahrtsseelsorger.

Quelle: (J. Wirtz: "Fünfhundert Jahre Marienthal" Werl in Westf. 1927)

 

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